Schwäbisch kochen für Anfänger : Krautkrapfa

krautkrapfa

Je weiter man südlich kommt, desto nudliger wird es. Das fängt bei den Schwaben an, geht über Bayern und gipfelt wohl irgendwo in Österreich-Italien. In der regionalen Küche Süddeutschlands gibt es einiges zu entdecken – wie z.B. die Krautkrapfen.

Eigentlich wollte ich in diesem Blog über meine jüngsten Ausflüge in die asiatische Küche berichten – ich habe mir extra und endlich einen Wok gekauft – musste jedoch dieses Vorhaben vorerst aufgeben, denn es ist mal nicht so einfach wie es ausschaut. Nach drei -mehr oder weniger gescheiterten – Versuchen, die den Gaumen nur mittelprächtig vewöhnen konnten, bin ich zwecks Wiederherstellung des guten Rufes zur sicheren Hausmannskost zurückgekehrt. Einfach, lecker und nicht so schwer im Magen: Krautkrapfen.

Hier im Schwäbischen ist ja die Hochburg des Sauerkrauts, besonders bekömmlich und mild: das Filderkraut. Bei uns heißt das schlichtweg Weißkohl oder Kappes und das Filderkraut kennt man als Spitzkohl. „Da oben“ würde man wohl eher mal nicht auf die Idee kommen Weißkraut in einen Nudelteig zu wickeln. Aber nördlich des Weißwurst-Äquatores kennt man ja auch keine Maultaschen (jedenfalls keine selbst gemachten) und Laugenbrezeln erfreuen sich dort auch nur mäßiger Beliebtheit. Gut für mich, denn da habe ich doch immer was, was ich ausprobieren kann. Und deswegen heute ein Rezept, welches auch Anfängern gelingen sollte:

(für 5-6 Personen)

Zutaten für den Teig

  • 600g Mehl
  • 5-6 (kleine) Eier
  • ca. 8 EL Wasser
  • etwas Salz

Zutaten für das Kraut (so wie ich es mache)

  • 1 Dose Sauerkraut
  • 2 kleine säuerliche Äpfel
  • gut 1 Handvoll Schinkenwurfel
  • Zwiebeln
  • 2 Packungen Kochschinken
  • wer die feine Süße noch etwas unterstreichen will, kann auch etwas Honig oder Rosinen hinzugeben

Kraut garen

Mit dem Kraut beginnen.
Zwiebeln hacken und zusammen mit den Schinkenwürfeln mit etwas Öl in einer Pfanne anschwitzen. Das Kraut hinzugeben und die Äpfel mit einer Juliennereibe in ganz feinen Streifen darüberhobeln und unterheben. Deckel drauf, evtl. etwas Wasser zugeben und bei mittlerer Hitze ca. 20 Minuten durchdämpfen. Zwecks Vermeidung von Blähungen, gibt die kluge Hausfrau gern noch Kümmel an das Kraut – aber das mag nicht jeder.

Der Nudelteig

Während das Kraut gart, den Teig zubereiten.

Das Mehl in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben, die Eier und das Wasser dazu. Je mehr Eier man in den Teig gibt, desto fluffiger wird er. Das Ganze mit dem Knethaken ordentlich kneten lassen. Das ist ürbigens sehr wichtig bei allen Sorten von Teig, insbesondere aber bei Brot- und Nudelteigen. Wenn sich ein dicker Klumpen gebildet hat, etwas Mehl darüber streuen, dann lässt er sich ohne Kleben aus der Schüssel heben. Immer ca. eine Handvoll Teig herausnehmen und zu einer ungefähr 2mm dicken Platte ausrollen.

Den zuvor in kleine Würfel geschnittenen Kochschinken auf der ganzen Nudelplatte verteilen und ebenso löffelweise das inzwischen gar gewordene Kraut. Die Ecken der Teigplatte ca. 3-4 cm nach innen einschlagen und dann den ganzen Flecken zu einer Rolle aufrollen. Von dieser Rolle ca. 5 cm dicke Scheiben abschneiden. In einer Pfanne Öl oder Butterschmalz erhitzen und die Rollenscheiben hineinsetzen. Etwas Wasser hinzugeben und braten. Bei der oben angegeben Menge braucht man übrigens 2 Pfannen !

Braten

Gut im Auge behalten, denn die Unterseite soll zwar knusprig braun werden, aber nicht anbrennen.

Und dann kommt noch ein bisschen zirkusreife Akrobatik: Um die Krapfen rumzudrehen habe ich meine runde Blechplatte genommen, die, mit der ich auch Kuchen problemlos auf eine Tortenplatte setzen kann. Hier den Inhalt einfach draufstürzen und dann das Ganze drehen. Ein großer Pastateller geht aber sicherlich auch. In der zweiten Pfanne, die etwas größer war, lagen die Krapfen nicht so eng aneinander – hier hat sich mein Sous-Chef und Küchenhelfer erbarmt und sie einzeln umgedreht.

Dazu passt ein schöner Salat und wer es noch deftiger mag, kann sich auch noch eine Bratwurst dazu geben.

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