Tanglen und Schattieren auf distressed Kacheln

Tangling and shading over distresses tiles

Weiter eingetaucht in die Lern-pdf von Eni Oken, habe ich einige Bierdeckel mit Farbe besprüht und so erst einmal diverse Farbverläufe erzeugt. Die einzelnen Farbbereiche werden wie ein String benutzt, d.h. man tangelt entlang der Begrenzungen, der, durch Besprühen, zufällig entstandenen Farbbereiche.

Falls ich es nicht schon einmal gesagt habe: „distressed“ heißt wörtlich übersetzt „verstört, bekümmert,unglücklich, verzweifelt“ und als Deutsch-Muttersprachler fragt man sich, wie das wohl in diesem Zusammenhang zu verstehen ist?? Die Erklärung ist einfach: Im Englischen ist eine „distressed Jeans“ eine vorgewaschene Jeans im Used Look. Mit einer distressed Kachel ist also eine Kachel mit verwaschenen Farben gemeint, also eine distressed tile ist, im weitesten Sinne, eine Kachel im vintage-Stil oder shabby-chic-Stil.

Auf den beiden nachfolgenden Bilder zu sehen: die Kachel vor dem Tanglen und das fertige Bild nach Tanglen und Schattieren

Für mich war diese Art des Malens das wirklich das fast erste Mal, dass ich drauflos gemalt habe und Muster für Muster aus meinem Kopf herangezoge habe. So ergab sich eins nach dem anderen, ohne Nachdenken und ohne zu wissen, wie das Ergebnis später aussehen wird. Diese Art des Vorgehens ist wirklich anders, es überrascht einen selbst, was am Ende dabei herauskommt. Ganz großer Unterschied zum Design, das ja immer zweckgebunden ist und meist eine Vorausplanung erfordert, einen Entwurf, eine Vorstellung wie es aussehen soll. Etwas „designen“ kann insofern mit Kontrolle und mit richtig Arbeit und Stress verbunden sein. Genau das will aber das Tangeln nicht.

Allerdings kann man, so meine Erfahrung, dann doch nicht so einfach in das Tanglen einsteigen, wenn man die große Familie der Muster und die Stepouts nicht kennt. Wenn sie nicht als Fundus im Kopf gespeichert sind und von dort nicht abgerufen werden können.

Ich vermute, dass die Fähigkeit, sich die Muster zu merken, unterschiedlich ausgeprägt sind. Ich bin (leider) kein CZT (certified zentangle teacher) und (werde es wohl auch nie werden), deshalb kann ich hier nur eigene Erfahrungen wiedergeben. Wem es schwer fällt, sich Muster inkl. Namen und Stepout zu merken, dem kann ich nur empfehlen, sich zu Beginn erstmal nur mit den so genannten „Monotangles“ zu beschäftigen. Das heißt: einzelne Muster herausgreifen und diese so lange malen, bis es mit Leichtgkeit auf das Papier gebracht werden kann. Das Zusammenspielen von Mustern, die von einer Form in eine andere übergehen, von Mustern, die sich überlagern oder von Mustern in Mustern, ergibt sich von selbst, je mehr man aus dem FF zeichnen kann.

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