Wenn man in die Zukunft schauen könnte

Dieser Wunsch ist wohl so alt wie die Menschheit. Geboren aus einer Mischung aus Angst und Überlebenswillen möchten viele Menschen wissen was die Zukunft bringt. Werde ich glücklich sein? Werde ich Kinder haben,  ein Heim besitzen? Werde ich reich sein – im Herzen oder auch im Portemonnaie? Werde ich erfolgreich sein? Werde ich Freunde haben? Werde ich alt werden oder jung sterben? Werde ich gesund bleiben?

Im Fernsehen läuft gerade eine neue Serie mit dem Titel „Flashforward“ an. Mein Pensum an must-see Fernsehserien ist zwar schon voll, aber dennoch bin ich gestern mittendrin reingezappt und hängengeblieben. Die Idee der Serie ist faszinierend: Irgendwann blieb die Welt für ein paar Minuten stehen und die gesamte Menschheit hatte in dieser Zeit ein kollektives Blackout. Jeder träumte etwas aus seiner Zukunft und sah Bildausschnitte eines noch kommenden Lebens. Da gibt es Paare, die sich jetzt noch lieben, aber durch die Bilder des „Flashforward“ wissen sie, dass sie sich trennen werden.  Was sie nicht wissen ist: wieso und warum? Was wird passieren … ?

In der Serie gestern ging es um einen an Nierenkrebs erkrankten Mann, der in seiner Vision sah, dass er unendlich glücklich mit einer  Frau aus Japan sein wird und dass es sich lohnt für diese Liebe weiterzuleben.  Eine befreundete Ärztin ist besorgt um seinen Zustand und verschafft ihm einen Platz in einer Medikamentenstudie, die sein Leben retten kann – oder auch nicht. Immerhin ist es nur eine Studie und man kann nicht mit Gewissheit sagen, dass es gut ausgehen wird. Er lehnt die Teilnahme ab, weil er befürchtet, dass es schlimmer statt besser werden könnte, er meint die Zukunft zu verändern und möglicherweise würde er die Liebe seines Lebens nicht erleben.

Wird er Keiko, so heißt sie, treffen weil ihm das neue Medikament geholfen hat oder wird er sie treffen weil er sich gegen die Studie entschieden hat?  Oder ist es letztlich egal, weil die Vision sowieso eintreten wird?

Abseits der Film- und Fernsehwelt leben wir im hier und jetzt und wenn man auch angesichts der Ereignissen manchmal den Eindruck haben könnte – bisher gab es noch keinen weltweiten Blackout, jedenfalls noch keinen offiziel bestätigten. Wie jedoch ist es mit unseren Gedanken wenn wir eine eigene Visionen entwickeln? Kommen wir dahin weil wir mehr oder weniger unbewusst alle unsere Entscheidungen, unser Fühlen, Denken  und Handeln darauf ausrichten oder  kommt es wie kommt?

Qué séra, séra – what ever will be will be … ?


Foto: istockphoto.com

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