Warum schmeckt Hühnersuppe eigentlich nicht mehr nach Huhn?

huehnersuppeDas Neue Jahr – alles Gute übrigens – fängt schon wieder gut an. Sohnemäxchen ist krank, schnupft, hustet, fiebert. Und eigentlich hat er gar keine Zeit zum Krankwerden, nach den Ferien steht die nächste Mathearbeit an, ob das heiter wird? Ich vermute es. Jedenfalls, was immer hilft, wenn man so kodderig zusammenhängt ist eine gute, gute Hühnersuppe. Aber mit einem echten Suppenhuhn und nicht mit einem Suppen-Hähnchen.

Sellerie, Lauch, Karotte und Kohlrabi geschnibbelt, Suppe in kaltem Wasser aufgesetzt, einmal hochkochen lassen, Schaum abschöpfen und dann das Hühnchen gute 3 Stunden vor sich hin blubbern lassen. Gut – es gab auch wirklich eine schöne, kräftige Brühe. Ein bisschen habe ich mit Instant-Brühe nachgeholfen – aber wieso schmeckt die Suppe nicht nach Huhn? Ich meine so richtig? Wenn meine Mutter früher Hühnersuppe gemacht hatte, dann konnte man das Huhn im ganzen Haus riechen.

Aber diese neuen Hühner riechen irgendwie nicht mehr.

Vielleicht sind das geschlachtete Käfighühner, also die, deren Eier in vielen Supermärkten nicht mehr verkauft werden. Mein Huhn war bestimmt kein echtes „Mistkratzerle“ und hatte noch nie in seinem Leben auf einem Misthaufen gestanden und mit den Krallen in der Matsche nach Futter gescharrt. Für gewöhnlich sind Suppenhühner keine jungen Hühner mehr – heißt ja nicht umsonst „du altes Suppenhuhn“ – vielleicht war aber dieses Huhn noch gar nicht so alt? Weil: Menschen fangen ja auch erst nach der Pubertät an zu riechen, die einen mehr, die anderen weniger (streng).

Und überhaupt: es sah viel zu knackig aus. Wenn‘ s ja kein Huhn gewesen wäre, dann würde ich sagen, dass sich das Botox gespritzt hat. Es qietschte etwas und sah noch sehr elastisch aus. Was ich aber zudem noich sehr merkwürdig fand: es war nicht sauber gerupft, als ich es kaufte. Da musste ich nochmal mit der Pinzette ran. Die Federkiele hier und da rauszuziehen war ja kein Problem, aber stellt euch mal vor: an dem Huhn wuchsen richtig lange Haare. Gute 20 cm lang – das ist nicht gelogen. Habe ich noch nie gesehen.

Na, nun hoffe ich, dass die Suppe trotzdem hilft und der Kerle wieder auf die Beine kommt.
Aber so ein Hühnersuppenduft wäre auch was Feines gewesen.

Kommentare (3) Schreibe einen Kommentar

  1. Vielleicht liegt es doch daran, dass früher das Gras grüner war? Das ist zwar eine Wahrnehmung, die ironisch dem „besten Alter“ nachgesagt wird, aber in diesem Falle könnte wirklich was dran sein. Indirekt. Der ultimative Test wäre ein Mistkratzerle vom Biobauern Deines Vertrauens – wenn das dann satt nach Huhn schmeckt, voilà …

    Antworten

  2. Nee – die Brühe war wirklich gut und schon fast zu fett und das Huhn war auch richtig gut in Futter. Ich gebe nur manchmal etwas Instant-Brühe hinzu statt Salz. Ein dickes, pralles Ding – ohne Orangenhaut. Das mit dem mageren Suppenhuhn kenne ich – genau die gleiche Erfahrung hatte ich nämlich auch schon früher mal gemacht und wirklich ein viel zu altes und mageres Huhn gekocht. Das war mal gar nix. Aber: wie ähnlich doch die Erlebnisse sind 😉 Danach habe ich auch immer mal wieder ein Hähnchen genommen, bei dem mir aber auch schon immer der Huhn-spezial-Geschmack fehlte. Ich vermute ja wirklich, dass es die Pubertät noch nicht erreicht hatte oder vielleicht wirklich dem Genlabor entsprungen war. Die langen Haare waren wirklich arg komisch.

    Oder meine Geschmacksnerven?
    Vielleicht habe ich als Kind einfach (noch) intensiver geschmeckt? Denn an sich kann ich gut riechen und schmecken und bin da eher schon etwas empfindlich. Aber so generell, vielleicht ändert sich da auch was, wenn man ins „beste Alter“ kommt?

    „Mäxchen“ ist wieder auf dem Weg der Besserung. Nun liegt Max an der Ecke.

    Antworten

  3. Ja, die Suppenhühner … Als junge Studentin, so Anfang zwanzig, hatte ich mal den Auftrag, meiner Mutter ein Huhn für eine Hühnersuppe mitzubringen. Gesagt, getan, ich schaute nach einem „Suppenhuhn“, denn, nomen est omen, das Huhn sollte ja in die Suppe. Aber, unerfahren in der Fleischküche, hatte ich wohl falsch gedacht – das Huhn war selbst nach langem Köcheln in der Brühe noch zäh, und allzuviel „dran“ war auch nicht. Von der leckeren Hühnersuppe, wie ich sie kannte, war das Produkt weit entfernt. Meine Mutter klärte mich auf: ein „Huhn“ nehme sie nie, gar nie, sondern immer ein Hähnchen oder vielleicht sogar eine Poularde (was ja auch nichts anderes als ein Hähnchen ist). Wer hätte das gedacht! Aber offenbar sind Deine Erfahrungen ja andere …

    Vielleicht hat Deinem Suppenhuhn einfach das Fett gefehlt? Nicht umsonst nennt man das gemeine Grillhähnchen auch „Gummiadler“. Und Du hast diesmal die moderne Ausführung erwischt – ein milchgebendes Wollgrunzhuhn (man beachte die langen Haare!) aus dem Plaste-und-Elaste-Genlabor ;-)?

    Ein gutes Neues noch – und gute Besserung dem „Sohnemäxchen“!

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.