Nesteldecke für Demenzerkrankte

Wenn geistige Funktionen wie Denken, Erinnern, sich orientieren und das Verknüpfen von Denkinhalten zunehmend nicht mehr funktioniert, spricht man von Demenz, dem Oberbegriff für das Nachlassen geistiger Fähigkeiten, die letztendlich dazu führt, dass Betroffene ihren Alltag allein nicht mehr bewältigen können. Vielfach beobachtet wurde, dass demente Menschen, gerne und intensiv an Knöpfen der Bluse oder des Hemds oder anderen Dingen „nesteln“. Je mehr der Verstand versagt, desto mehr scheint sich die Wahrnehmung der Außenwelt auf das Fühlen zu konzentrieren. Alles rückwärts, wie mir scheint. Während kleine Kinder Monat für Monat immer mehr „erwachen“ und ihre Umwelt begreifen, geht es dementen scheinbar zurück in die Welt des Fühlens und Tastens.

Deshalb gibt es so genannte Nesteldecken. Ganz ähnlich wie bei kleinen Kindern gibt es auf einer Nesteldecke Dinge, mit denen man was machen kann, die man ziehen, schieben kann oder deren unterschiedliche Oberflächen befühlt werden können. Als ein Nähprojekt, was ich in der Ausführung leicht unterschätzt habe, kam diese Nesteldecke zustande. Im Unterschied zu einer Spieldecke für Kinder, habe ich bewusst Dinge aus dem vergangenen Alltag einzunähen. So z.B. ist die Blume aus einem Spülschwamm gefertigt, es gibt einen Reißverschluss und Knöpfe, die geöffnet und geschlossen werden können. Zum Fühlen gibt es Kuschliges in der Mitte und manche Dinge kann man schieben oder ziehen.

Nähtechnisch bin ich mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden, allerdings war diese Decke auch mein erster Versuch zu patchworken und zu quilten. Die Nähte sind leider sehr unsauber, da beißt die Maus (wortwörtlich) keinen Faden ab. War aber auch glaub nicht gerade die beste Idee eine solche Decke als Erstlingswerk zu wählen. Die Quadrate habe ich nicht passgenau so hinbekommen, dass sie exakt in Reihe stehen. Das ist aber auch schon bei einer normalen Quiltdecke schwer, erst recht, wenn jedes Quadrat dann auch noch unterschiedliche Materialien enthält. Eine Quiltnaht exakt in den Nahtschatten der Patches zu legen war auch eine ziemliche Herausforderung und überhaupt werden meine neue Nähmaschine und ich dann glaub doch keine Freunde. Beim Rückwärtsnähen hat sie gestreikt und trotz eingehender Bemühungen und ausgiebigen Tests mit der Oberfadenspannung und dem Nähfußdruck hatte ich ziemliche Probleme. Schade. Bin ganz traurig. Werde meine kleine Husqvarna HClass 100Q wohl zurücksenden müssen.

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